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 Mord und Totschlag

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Jay's Wing
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BeitragThema: Mord und Totschlag   09.03.15 19:40

Mord und Totschlag

Mir ist etwas aufgefallen als ich mich mit meinen Freunden über rechtliche Sachen unterhalten habe. Und zwar hieß es da immer:

„Mord ist es, wenn jemand geplant hat, jemand anderen umzubringen. Totschlag ist es, wenn jemand einen anderen spontan umbringt, ohne es vorher geplant zu haben.“

So oder so ähnlich lauteten zu Mord und Totschlag die Aussagen – und das bei fast allen.
Allerdings ist das nicht wirklich korrekt.
Bis zum Jahre 1941 gab es in Deutschland tatsächlich eine Unterscheidung zwischen „Mord mit Überlegung“ und „Totschlag im Affekt“. Allerdings existiert sie schon seit über 70 Jahren nicht mehr und dennoch glauben so viele Menschen immer noch daran.
Was den Mord jedoch seit 1941 wirklich vom Totschlag unterscheidet, sind die so genannten Mordemerkmale. Diese sind im Strafgesetzbuch aufgeführt:

- Tötung aus Mordlust
- Tötung zur Befriedigung des Geschlechtstriebes
- Tötung aus Habgier
- Tötung aus sonstigen niedrigen Beweggründen
- Heimtückische Tötung
- Grausame Tötung
- Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln
- Tötung, um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken

Erst wenn eines dieser Mordmerkmale erfüllt ist, liegt ein Mord vor, auch wenn die Tat im Affekt geschah. Umgekehrt kann also auch ein Totschlag lange im Voraus geplant gewesen sein.

Das ganze lässt sich mit Bespielen noch vereinfachter erklären:

Ein Einbrecher wird während seines Einbruchs von einem überraschend auftauchenden Zeugen überrascht und erschießt diesen, um zu verhindern, dass dieser ihn bei der Polizei identifiziert. So begeht der Einbrecher einen Mord, auch wenn er im Affekt handelt („Tötung, um eine andere Straftat zu verdecken“).
Eine misshandelte Ehefrau, die ihren Mann (weder heimtückisch noch grausam) tötet, um sich nach Jahren von ihrem Peiniger zu befreien, begeht dagegen einen Totschlag, auch wenn sie die Tat seit langem geplant hatte.

Es ist nun ganz gut zu erkennen, dass es für die Abgrenzung von Mord und Totschlag heute keine Rolle mehr spielt, ob die Tat geplant war oder im Affekt geschah.

Zudem gibt es beim Mord noch einen weiteren verbreiteten Irrtum, der mir in meinem Umfeld aufgefallen ist:

„Wer einen Mord begeht, bekomm eine lebenslange Freiheitsstrafe, also 25 Jahre Haft.“

Ja, es ist richtig, wer einen Mord begeht wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Aber das bedeutet nicht 25 Jahre, sondern tatsächlich lebenslänglich. Aber dieser Irrglaube ist auch nicht völlig unbegründet.
Das Strafgesetzbuch sieht bei allen zeitigen Freihetsstrafen die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung auf Bewährung vor, meist nach zwei Dritteln der Haft. Sitzt jemand also wegen einer Straftat neun Jahre im Gefängnis, so kann dieser nach sechs Jahre seine Entlassung auf Bewährund beantragen, die entweder gestattet wird oder eben nicht.
Beim Mord gilt im Grunde die gleiche Regel, allerdings musste der Gesetzgeber hier ein wenig tricksen. Denn schließlich kann niemand voraussehen, wann ein zu lebenslanger Freiheitsstrafe Verurteilter zwei Drittel seines Lebens hinter sich hat. Deshalb wurde festgelegt, dass bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe eine Haftentlassung immer frühestens nach verbüßten 15 (nicht 25) Jahren in Betracht kommen kann – aber eben nicht muss.
Der Glaube mit den 25 Jahren hat sich zudem aus dem amerikanischen Gesetz heraus ergeben.

Quellen:
 

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BeitragThema: Re: Mord und Totschlag   10.03.15 13:48

Aw, cooler Artikel, ich hab auch mal wieder was neues gelernt :3
Ich weiß gar nicht was ich dazu jetzt noch sagen soll weil ich mich dazu gar nicht wirklich auskenne owo
Naja ich dachte auf jeden Fall immer, dass in Deutschland "Lebenslang" für 12 Jahre steht owo
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