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 Verliebtsein bzw. Liebe - was ist das?

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Ahornfunke
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Weiblich

BeitragThema: Verliebtsein bzw. Liebe - was ist das?   28.05.17 18:58




Es ist wieder soweit - die Sonne scheint und erwärmt die vor Kälte starr gewordenen Glieder, zahlreiche Blumen erblühen auf den saftig grünen Wiesen und locken bunte Schmetterlinge an, gute Laune ergreift Jung und Alt. Der Frühling ist bereits da, und mit ihm die bekannten Frühlingsgefühle...

"Liebe ist eine Geisteskrankheit", meinte der griechische Philosoph Platon. Ob er da recht hat? Darüber sind sich die Wissenschaftler nicht einig. Bleibt die Liebe also etwas Abstraktes, das man gar nicht in Worte erfassen kann, oder gibt es Erklärungen für dieses Phänomen?

Zunächst einmal: Was bedeutet überhaupt Verliebtsein?
Oder besser gesagt: Was könnte es bedeuten? Was sich wie eine banale Frage anhört, ist eigentlich gar nicht so leicht zu beantworten. Zwar hat wohl so ziemlich jeder schon einmal etwas durchlebt, was als "verliebt" empfunden wurde, allerdings gehen die Definitionen dazu teilweise etwas auseinander.
Psychologisch gesehen beruht das Konstrukt des Verliebtseins auf einem intensiven Verlangen nach einer Person, einer tiefen Zuneigung. Diese Sehnsucht äußert sich dabei auch oft körperlich: Man spürt ein Kribbeln im Bauch, die sogenannten "Schmetterlinge"; man bekommt weiche Knie, Herzklopfen und Schweißausbrüche, wenn die besagte Person in der Nähe ist.

Die Verhaltensmuster verliebter Menschen sind insgesamt meistens gleich. Sie denken wie besessen an die bestimmte Person, blenden alle ihre negativen Eigenschaften aus. Sie benehmen sich etwas seltsam und sprunghaft, und suchen fieberhaft nach Beweisen dafür, dass die Person ebenfalls Zuneigung für sie empfindet. Sie geben sich Wunschträumen hin und erleben die Welt erfüllter, schöner. Sie wollen vor der Person auf jeden Fall in einem guten Licht stehen und passen sich daher an, sind experimentierfreudig.
All diese Gefühle lösen sich irgendwann wieder auf - oder sie gehen in Liebe über.

Als Vorstadium des Verliebtseins wird häufig die Schwärmerei gesehen, die schlicht hinweg als weniger intensiv charakterisiert wird.

Aber wieso kommt es zu diesen Symptomen?
Die Gründe für das Verliebtsein sind in den meisten Fällen eine gewisse physische Attraktivität oder das Empfinden von Sympathie. Einen erheblichen Einfluss auf unsere Gefühle bewirkt auch die Ähnlichkeit der Person zu uns selbst oder zu Personen, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben, sowie die Häufigkeit der Interaktion - sprich, wie oft wir mit der jeweiligen Person Zeit verbringen.

Und worin besteht der Unterschied zur Liebe?
Während das Verliebtsein hauptsächlich auf einer Vielzahl von körperlichen Empfindungen und einer starken Sehnsucht basiert, ist das Fundament der Liebe ein tiefgehendes Vertrauen und die Bereitschaft, Verantwortung für den Partner zu übernehmen. Darüber hinaus herrscht ein Gefühl von Geborgenheit, vom Angekommensein und von gegenseitiger Wertschätzung. Des Weiteren versuchen die Partner nicht mehr, ihre Schwächen zu verstecken, wie es Verliebte tun, sondern akzeptieren sich durch und durch.

Die Verliebtheitsphase klingt früher oder später ab, da dieser Zustand für den Körper aufgrund der vielen Hormone viel Stress bedeutet und er somit nicht für immer aufrecht erhalten werden kann - laut Wissenschaftlern beträgt die Zeitspanne zwischen drei Monaten und drei Jahren. Viele Paare trennen sich, wenn die "Schmetterlinge" nicht mehr spürbar sind, weil damit auch ein Verschwinden der Gefühle füreinander verbunden wird - dabei ist das nicht zwingend der Fall, denn nur wenige Paare können von sich behaupten, sich zu lieben und immer noch verliebt zu sein. Die Liebe ist lediglich ein fortgeschritteneres Stadium und äußert sich eben anders als das euphorische Verliebtsein.

Welche Hormone spielen denn nun eine Rolle?
Auf neurobiologischer Ebene besteht das Verliebtsein aus einer Art Hormoncocktail und zahlreichen komplexen Prozessen in Gehirn und Körper. Es handelt sich dabei um Botenstoffe, die den Körperhaushalt durcheinanderbringen und so verschiedene Reaktionen provozieren.


Dopamin
Das Hormon Dopamin wird auch als Glückshormon bezeichnet, da es für ein starkes Glücksgefühl sorgt. Bei Verliebten ist es dafür verantwortlich, dass man sich mit der jeweiligen Person eine Sexualbeziehung und sogar eine Familie vorstellen könnte.

Serotonin
Es handelt sich ebenfalls um ein Glückshormon, dessen Spiegel bei Verliebten allerdings niedriger ist und nicht wie vermutet ansteigt. Die italienische Wissenschaftlerin Donatella Marazziti erklärt dies so: Verliebte sind wie bei einer Zwangsneurose auf eine bestimmte Person fixiert, denken besessen an sie. Auch Zwangsneurotiker weisen weniger Serotonin auf, da dieses zwanghafte Denken an etwas Bestimmtes auf längere Zeit Stress bedeutet.

Adrenalin und Cortisol
Diese Stresshormone dürften den meisten bekannt sein. Sie sind für das Herzklopfen verantwortlich, für die Zerstreutheit, Unruhe und die gestörte Konzentration, die wir erleben, wenn wir verliebt sind.

Neurotrophine
Neurotrophine sind Botenstoffe, die für die Verbindungen zwischen den Nervenzellen und somit für die Gedächtnisbildung verantwortlich sind.
Es wird vermutet, dass ihr erhöhter Wert bei Verliebten die typische Euphorie zu Beginn des Verliebtseins und damit die Unzurechnungsfähigkeit und die abgeschwächte Hemmschwelle verursacht.

Parallel hierzu wird im präfrontalen Kortex des Gehirns von Verliebten weniger Aktivität als unter normalen Bedingungen beobachtet. Dieser befindet sich im vorderen Gehirnbereich und ist für Planungen und Entscheidungen zuständig - wer verliebt ist, wägt also weniger ab, ist wie in einem Rausch und kann somit nicht vollständig beurteilen, ob das Gegenüber überhaupt zu einem passt.

Oxytocin
Auch "Schmusehormon" genannt - es ist erforderlich, damit Verliebtheit zu Liebe wird, denn es bewirkt ein Gefühl von Vertrauen und somit engere, intensivere zwischenmenschliche Bindungen.

Testosteron
Interessant ist, dass der Testosteronspiegel bei verliebten Männern sinkt, bei verliebten Frauen jedoch steigt - dies sorgt für einen Ausgleich der Unterschiede und für ein harmonischeres Miteinander.

Aber was war nun zuerst da? Verliebt man sich erst und die Hormone spielen deswegen verrückt - oder ist es umgekehrt? "Ob der Cocktail aus Botenstoffen die Ursache oder die Folge des Verliebtseins ist, wissen wir nicht", sagt Schatz, ein Professor und Hormonspezialist.

Schon gewusst?
Bei Verliebten sind die gleichen Hirnregionen wie bei Suchtkranken aktiv - was Sinn macht, immerhin verursacht Verliebtsein angenehme Gefühle und starke Sehnsucht; daher stellt die Person der Begierde eine Art Droge dar. Liebeskummer kann entsprechend als Drogenentzug angesehen werden (siehe dazu auch der Artikel von Jay's Wing: *klick*)
Die Symptome sind logischerweise dieselben: Herzklopfen, Schlaflosigkeit, emotionale Abhängigkeit...

Wer oder was entscheidet, in wen wir uns verlieben?
Untersuchungen ergaben, dass zwischen dem eigenen Immunsystem und der Partnerwahl ein Zusammenhang besteht. Dabei spielt auch der Geruchssinn eine wichtige Rolle: Dieser erfasst die genetische Individualität des Partners und erkennt somit, wie dessen Immunsystem beschaffen ist. Am besten ist eines, das komplementär (also gegensätzlich) zu dem eigenen ist, da eine Kombination der beiden für die Nachkommen äußerst günstig ist. Es handelt sich hierbei um einen Prozess, der während der gesamten Evolution Bestand hatte, da somit erhöhte Überlebenschancen für die Nachkommen gesichert wurden.

Wer kein geeignetes Immunsystem hat, kann aber auch schummeln.


Dies wurde mithilfe des sogenannten "Brückenexperiments" nachgewiesen, das 1974 von Donald Dutton und Arthur Aron durchgeführt wurde. Dabei wurde eine attraktive Frau auf einer schwankenden Brücke platziert. Mehrere Männer sollten diese Brücke überqueren, wobei sie von der Frau angesprochen wurden und ihre Telefonnummer erhielten. Das Gleiche wurde auf festem Boden wiederholt. Das Ergebnis: Es erfolgten mehr Anrufe von Männern, die auf der schwankenden Brücke angesprochen wurden, da sie in dieser Situation aufgeregt und ängstlich waren, was körperlich dem Gefühl der Verliebtheit ähnlich kommt.

Also  - wer seine Person der Begierde erobern will, sollte es mit aufregenden Aktivitäten wie beispielsweise einer Achterbahnfahrt versuchen, um die Erfolgschancen zu steigern. ;')

Textquellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Verliebtheit
http://www.apotheken-umschau.de/Partnerschaft/Frisch-verliebt-Was-passiert-im-Koerper-216475.html
https://www.partnerschaft-beziehung.de/verliebt-sein.html
https://www.uni-oldenburg.de/aktuelles/einblicke/25/liebe-und-verliebtsein/
http://www.zeitzuleben.de/aus-der-gehirnforschung-verliebt-noch-mal/
https://www.partnerschaft-beziehung.de/verliebt-sein.html

Bildquellen:
https://pixabay.com/de/g%C3%A4nsebl%C3%BCmchen-herz-bl%C3%BCten-712892/
https://www.meindm.at/activebeauty/liebe-biologie/
http://www.badische-zeitung.de/freizeittipps/achterbahn-bis-mitternacht--3699551.html




Erstmal sorry, dass der Artikel mit zwei Monaten Verspätung kommt... Vor allem bin ich eigentlich ziemlich unzufrieden mit dem Resultat, aber wenn ich da noch länger dran arbeite, wird das gar nichts mehr. Ich fand das Thema aber einfach interessant, deswegen - bitteschön. ;-;

_________________
#diekrassebaergang
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