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 Depressionen.

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Kleeblüte
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BeitragThema: Depressionen.   23.05.15 19:50

Was genau ist eigentlich eine Depression?
Als eine Depression gilt eine psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interessenverlust und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann. Eine Depression bezieht sich auf den Charakter und kann durch viele verschiedene Dinge hervortreten, wie zum Beispiel den Tod eines geliebten Menschen oder der Verlust seines Arbeitsplatzes. Alleine in Deutschland sind es rund 3 Millionen Menschen, die von Depressionen betroffen sind und bis 2020 wird diese Krankheit, laut Weltgesundheitsorganisation, weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Oft wird die Krankheit auch gar nicht wahrgenommen, verharmlost oder verschwiegen, aus Angst von seinen Mitmenschen anders behandelt zu werden, als zuvor.

Mit Depressionen geht jeder Mensch anders um. Manche Menschen reden offen über ihre Krankheit, andere wiederum wollen nicht, dass einer ihre Mitmenschen etwas von ihr mitbekommen.
Oft empfinden sich diese Menschen auch als nicht liebenswert und denken, dass sie mit ihrer Krankheit alleine dastehen. Wenn man mitbekommt, dass ein Mensch unter Depressionen leidet oder man selber betroffen ist, sollte man sich schnellst möglichst einen Therapieplatz suchen.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen;
Oft sind Depressionen bei Kindern und Jugendlichen nicht durch die typischen Symptome gekennzeichnet, sondern treten durch krankhafte Unruhe oder Aggressionen hervor.
Dennoch ist es besonders schwer festzustellen, ob diese mit einer Depression oder mit der Pubertät zusammenhängen.


Vererbung;
Tatsächlich sind Depressionen vererbbar. Das heißt, wenn die Mutter oder der Vater an Depressionen erkrankt sind, besteht ein höheres Risiko, dass das Kind ebenfalls Depressiv werden kann. Die Wahrscheinlichkeit hierzu wird bis um das dreifache erhöht.
Bei eineiigen Zwillingen, deren Eltern an Depressionen litten, erkranken zu Beispielweise 50-61 % beide, da sie die gleichen Gene besitzen. Bei zweieiigen Zwillingen, die nicht die gleichen Gene besitzen, erkranken nur zu 5-8% beide. Obwohl es keine Zweifel gibt, das Depressionen vererbt werden können, sind  sich alle Wissenschaftler einig, dass es nicht so etwas wie ein „Depressionsgen“ gibt. Dennoch sind alle Theorien, wie die Depression wirklich vererbt wird, umstritten. Man geht aber davon aus, dass nicht nur ein Gen, sondern mehrere Gene für die Krankheit verantwortlich sind. Es gibt Hinweise darauf, dass bei Depressiven vor allem die sogenannten "Glückshormone"  fehlen, somit sind die biologischen Funktionen nicht ausgeglichen.


Diagnoseverfahren;
Depressionen können auf verschiedene Weisen diagnostiziert werden. Die Diagnose verläuft bei jedem Alter meist gleich ab. Im Idealfall kann ein Psychiater oder Facharzt eine Depression anhand eines ausführlichen Gespräches feststellen. Trotz dessen gibt es viele Tests, die Anzeichen liefern können, dass man erkrankt ist, dennoch gibt es keinen Test, der eindeutig zeigt, ob man an Depressionen leidet oder nicht.
Zu den weiteren Untersuchungen gehören neben der körperlichen Untersuchung Blutuntersuchungen und eine Computertomografie des Gehirns, da Menschen, die zum Beispiel an niedrigen Blutzuckerspiegel, Mangel an Vitamin B12, Demenz oder an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden können, unabsichtlich Symptome für eine Depression aufweisen können.
Nach diesen Tests wird der Schweregrad der Krankheit bestimmt. Die Ärzte halten sich dabei an eine Klassifikation, die beschreibt, welche Kriterien für welchen Schweregrad erfüllt werden müssen.


Auswirkung auf die Entwicklung;
Bei Kleinkindern (0-3 Jahre) sind die Hauptsymptome:

-ausdrucksarmes Gesicht
-hohe Reizbarkeit
-gestörtes Essverhalten
-Schlafstörungen
-wollen nicht alleine sein
-Selbst stimulierendes Verhalten wie zum Beispiel Schaukeln des Körpers oder ständiges Daumenlutschen
-Teilnahmslosigkeit, Spielunlust
-vermehrtes Weinen
-lernen später laufen und entwickeln sich langsamer


Vorschulalter (3 - 6 Jahre)
-trauriger Ausdruck
-leicht irritierbar
-mangelnde Fähigkeit sich zu freuen
-Teilnahme-und Antriebslosigkeit
-innere Unruhe und Gereiztheit; aggressives Verhalten
-Ess- und Schlafstörungen


Schulkindern (6 -12 Jahre)
-Starke Traurigkeit
-Konzentrationsschwierigkeiten
-Schulleistungsstörungen
-Zukunftsangst, Ängstlichkeit
-unangemessene Schuldgefühle, Selbstkritik  
-Appetitlosigkeit
-(Ein-)Schlafstörungen
-suizidale Gedanke
Ab diesem Alter treten die typischen Symptome einer Depression auf.


Depressive Symptomatik im Pubertäts- und Jugendalter (13 - 18 Jahre)
Körperliche Symptome:
-häufige Beschwerden wie zum Beispiel über Kopfschmerzen
-Gewichtsverlust
-Schlafstörungen und übermäßiges Schlafbedürfnis

Im Vordergrund stehen dennoch die psychischen Symptome:
-vermindertes Selbstvertrauen
-Ängste, Lustlosigkeit, Konzentrationsmangel
-Stimmungsanfälligkeit
-Stimmung und Befinden sind von der Tageszeit abhängig
-Leistungsstörungen
-Gefühl, den sozialen und emotionalen Anforderungen nicht gewachsen zu sein
-Gefahr der Isolation, des sozialen Rückzugs
-Anstieg der Suizidgedanken und -versuche

Wenn Kleinkinder an Depressionen leiden, wird bei ihnen vermehrt ein Problem mit dem Lernen von Laufen und Sprechen festgestellt. Sie entwickeln sich langsamer und zeigen weniger Geschick gegenüber Gleichaltrigen.
Vorschulkinder entwickeln meist eine Lernschwäche. Sie können sich in der Schule nicht genügend konzentrieren und bekommen dadurch schlechtere Noten als der Rest ihrer Mitschüler.
Bei Depression im Pupertäts- und Jugendalter verlieren die Jugendlichen oft Gewicht und grenzen sich immer mehr von ihren Freunden und oder Verwandten ab. Dazu entwickeln sie noch ein vermindertes Selbstvertrauen: Hinzu kommen noch Schlafstörungen die dann wieder hin zu Leistungsstörungen führen. Die meisten von ihnen haben auch das Gefühl, dass sie den Forderungen ihres Sozialen Umfelds nicht gewachsen sind.


Depressionen im Erwachsenenalter;
Im mittleren Alter verfallen statistisch gesehen die meisten Menschen in Depressionen, da das Wohlbefinden und die Lebensfreude im vierten Jahrzehnt oft den Tiefpunkt erreicht. Zu Beginn ihres Lebens und Richtung Ende sind viele Menschen glücklicher. In Westeuropa war in Großbritannien der Tiefpunkt bei 44 Jahren für Männer und Frauen erreicht. In den USA lag der Tiefpunkt der Frauen bei 40 Jahren und für Männer bei 50 Jahren.


Auswirkungen auf den Alltag;
Im Alltag haben depressive Menschen oft eine gedrückte Stimmung. Auf dem Arbeitsplatz arbeiten sie meist langsamer und weniger produktiv. Sie haben es oft schwer, eine Entscheidung zu treffen und machen mehrere Fehler, als ihre Arbeitskollegen. Zu Hause fällt ihnen das Familienleben schwer und oft können sie die Gemeinschaft mit ihrer Familie oder sogar ihren Freunden nicht mehr genießen.
Menschen mit einer milderen Depression neigen dazu gestresst oder gereizt zu wirken.
In Extremfällen kann es dazu kommen, dass die Patienten selbst das Essen oder die Körperhygiene vernachlässigen oder komplett auslassen. Meist verbringen sie dann die Tage komplett im Bett. In dieser Zeit ist das Selbstmordrisiko besonders hoch.
Geschlechterunterschiede
Frauen erkranken bis zu dreimal mehr an Depressionen, als Männer. Auch die Ausmaße sind bei den beiden Geschlechtern unterschiedlich. Der Suizid wird bei Männern dreimal so oft vollzogen, als bei den Frauen. Wahrscheinlich sind für diese Unterschiede nicht allein die Biologischen Unterschiede verantwortlich, sondern ebenso kulturelle Einflüsse, ebenso wie die Ereignisse der eigenen Lebensgeschichte. Dennoch gibt es bei den Themen Therapie und Heilungschancen fast nur Übereinstimmungen.


Antidepressiva;
Zwischen den einzelnen Nervenzellen im Gehirn besteht keine direkte Verbindung. Damit die Impulse weitergeleitet werden können, müssen die Nervenzellen sogenannte Botenstoffe herstellen. Bei Menschen mit Depressionen sind die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin verändert.
Da Serotonin unter anderem am Schlaf-Wach-Rhythmus, an der Nahrungsaufnahme, der Körpertemperatur und der Veränderung der Stimmungslage beteiligt ist, haben Menschen mit Depressionen oft Probleme abends einzuschlafen, ihnen ist oft kalt, sie haben keinen Appetit und sie können ihre Stimmung nicht kontrollieren. Noradrenalin regt das Herz-Kreislauf-System an.
Alle Antidepressiva nehmen auf diese beiden Botenstoffe Einfluss.
Außerdem werden Antidepressiva als Stimmungsaufheller benutzt. Sie erhöhen die Verfügbarkeit der nicht vorhandenen Botenstoffe (“Glückshormone“) im Gehirn. Dies geschieht meistens durch die Hemmung des natürlichen Abbaus.
Es gibt viele verschiedene Typen von Antidepressiva die sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren. Wie zum Beispiel MAO- Hemmer, die die Wirkung der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin dadurch verstärken, dass sie deren Abbau hemmen.
Heilungschancen
Depressionen gilt zu den Krankheiten, die heutzutage sehr gute Heilungschancen haben. Dank vielen verschiedenen Therapiemethoden und Medikamenten können bis zu 80% aller Depressionen geheilt werden, meistens ist dazu nicht mal ein Klinikaufenthalt nötig. Wenn eine Heilung durch Antidepressiva erfolgt ist es wichtig, dass das Medikament auch nach der Krankheit für ca. ein weiteres halbes Jahr eingenommen wird, da so der Rückfall in eine schwere Depression deutlich geringer ist.


Quellen;;
Drüberleben: Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein von Kathrin Weßling
http://www.netdoktor.de/krankheiten/depression/
http://www.depression-therapie-forschung.de/antidepressiva.html

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BeitragThema: Re: Depressionen.   25.05.15 15:19

Schicker Artikel. Vor Allem mal etwas länger :3
Das Thema Depressionen interessiert mich grundsätzlich ziemlich (klingt das komisch? owo)
Was mir allerdings etwas fehlt ist, auf welchen Wegen man Depressionen bekommen kann. Vererbung hast du ja erwähnt, aber Vererbung ist ja nicht der einzige Weg o:
Und irgendwo hast du geschrieben, dass ein Anzeichen oder sowas Gewichtsabnahme ist, soweit ich weiß kann aber auch Gewichtszunahme ein Anzeichen sein, oder? :3
Ich hab auch nicht alles nach Fehlern durchsucht aber "machen mehrere Fehler, als ihre Arbeitskollegen" bei dem Komma bin ich mir gerade nicht so sicher, aber irgendwie passt es da nicht rein :3
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Kleeblüte
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BeitragThema: Re: Depressionen.   03.06.15 10:43

@Kleeblüte schrieb:
Eine Depression bezieht sich auf den Charakter und kann durch viele verschiedene Dinge hervortreten, wie zum Beispiel den Tod eines geliebten Menschen oder der Verlust seines Arbeitsplatzes.
Da steht das mit dabei. :3
Natürlich können Depressionen auch durch andere Sachen hervortreten. Beispielsweise durch Mobbing oder Ausgrenzung oder dergleichen. :3
Aber ich wollte nur ein paar Beispiele nennen und nicht gleich alles aufzählen. :DD

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